Hallo Frau Dr. Hilgert, Sie verstärken ab sofort das Team der Landesausstellung. Zunächst einmal ein herzliches Willkommen!

Sie sind Redakteurin für Wissenschaftskommunikation. Was genau ist das, ganz allgemein gesprochen?

Wissenschaftskommunikation könnte man allgemeingültig als die Aufbereitung und Vermittlung von Forschungsergebnissen an ein großes Publikum beschreiben. Ergänzend zur Landesausstellung ist es meine Aufgabe, die Menschen auch außerhalb des Museums mit den Themen des Deutschen Bauernkriegs zu erreichen und dabei aktuelle Forschungsinhalte zu vermitteln.

Wie schaffen Sie das?

In den kommenden zwei Jahren wollen wir Menschen mit Formaten wie z.B. Podcasts und Videocasts ansprechen, um die Landesausstellung und damit das Gedenkjahr „500 Jahre Bauernkrieg“ ins Bewusstsein zu heben. Geschichten zu einzelnen Personen, die im Bauernkrieg kämpften, zu deren mächtigen Gegenspielern, aber auch die allgemeinen Abläufe des Jahres 1525 werden für ein großes, interessiertes Publikum aufbereitet. Wir möchten Menschen deutschlandweit ansprechen und für das Thema Bauernkrieg begeistern, das keineswegs ein lokales ist. Vor 500 Jahren war es – in heutiger Sprache formuliert – ein Flächenbrand erster demokratischer Bestrebungen, der sich über den süddeutschen Raum bis hin nach Mitteldeutschland zog. Wir können viel aus unserer Geschichte lernen – und ich bin der festen Überzeugung, dass wir das auch müssen, denn sonst können wir unsere Gegenwart und Zukunft nicht gestalten.

Das klingt sehr spannend! Wie kommt man zu diesem Tätigkeitsfeld? Erzählen Sie uns doch kurz etwas über sich.

Sehr gerne! Ich habe in Hamburg Geschichtswissenschaften studiert und dort zu Fernsehkrimis in den 1950er und 1960er Jahren promoviert. Noch während der Promotion habe ich die Geschäftsführung des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands übernommen. Bevor mich mein Weg nach Thüringen geführt hat, bin ich für ein Jahr nach Washington gegangen und habe dort am Deutschen Historischen Instituts die Presse- und Strategieabteilung geleitet. Ich arbeite also schon lange auf der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft und stelle immer mehr fest, wie wichtig in unserer Zeit der Dialog dieser beiden Bereiche ist. Wissenschaftsskepsis greift massiv um sich und gleichzeitig wird Forschung immer detaillierter und schwieriger zu verstehen, wenn man nicht selbst im akademischen System ist. Ich sehe meine Aufgabe genau in diesem Bereich und freue mich deshalb sehr, Teil des Teams der Landesausstellung zu sein!
Design & Code ❤ zwetschke